Franzi Koko

Mit unglaublich vielen Songs im Gepäck, die sie noch nie spielen konnte, weil sie einfach zu beschäftigt war, kam Franzi Koko dann doch im Februar 2025 endlich mal auf die Drehleier Bühne. Der erste Song jazzte sich halbresonant durch die Verstärker und handelte von einer Kubareise, folgerichtig betitelt Havanna. Für viele ein echter Trigger für Reisesehnsüchte. Und deshalb gab’s mit einem zweiten Song über Italien noch einen drauf. Sehr lässig, sehr jazzig, und stilistisch viel zu selten bei uns. Schlauerweise hatte Franzi auch ihren Support im Publikum mitgebracht, das hörte man sogar in Hamburg am YouTube Stream. Franzi versammelte 47,48% der Zuhörer nah und fern hinter sich und ging als Gewinnerin des Abends hervor.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Benjamin Händel

Münchner Schule

Münchner Schule ist der Name der Band von Marten, Christian und Flo und zwar deshalb, weil es mal eine Hamburger Schule gab. Also klar, es gibt heute immer noch Schulen in Hamburg, auch wenn man dort für das Abi bekanntlich nur anwesend sein muss (Grüße gehen nach Bremen und NRW), aber das ist hier gar nicht gemeint. Es geht vielmehr um eine Musik-Ära, die in Hamburg der 80er und 90er stattfand und geprägt wurde durch Tocotronic, die Sterne, Blumfeld, Kettcar und die ganze van Cleef-Bande, und wo wir gerade dabei sind gehen natürlich auch besondere Grüße an Dirk Darmstaedter.
Als einer, der das ganze vor Ort Live und in Farbe erlebt hat und bis heute immer noch auf Kettcar Gigs geht, war ich im November gespannt auf die Variante aus München, 30 Jahre später. Und Ja, der schleppende Gesang, das Arrangement und der Wortwitz erinnerten schon arg an damals. Und die Mundharmonika irgendwie auch.
Der Rest der Publikums fand es auch cool und wählte die Münchner Schule mit  34,04% ins als Erstplatzierte ins Finale.
Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Abe Shoutsider

Quincy Sean

Ein Gewinnertyp ist der dritte Teilnehmer aus dem September: Quincy Seans Name ist bereits eingraviert in die virtuelle Meisterschale des MuSoC, konnte er doch die 88. Ausgabe des MuSoC für sich entscheiden. Und er holt wieder die ganz feine Loopelei raus, die Box unterm Fuß, mit der man sich vervielfältigen kann, um ein vielstimmiges Gebilde aus Klang und Kunst zu erzeugen. War die Band vor ihm noch in echt zu dritt, ist es der dreifache Quincy der sich im Chor begleitet. Auch Wahnsinn. Und damit zurecht mit 32,29% als Septembergewinner im Finale.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Benjamin Händel

Micha Kern

Letzter in der April-Runde war Micha Kern aus Übersee mit Gitarre bei uns auf der Bühne. (Übersee ist am Chiemsee. Kommt aus der Zeit vor google Maps, als man bis zum Horizont nur den See beim über’n See schauen sah und nicht wusste was dort noch kommt. Manche denken heute noch, da ist Preussen.) Als vor vielen Jahren unser langjähriger Weggefährte Sebastian Klein seine Tommy Emmanuel Signature Gitarre mit rasantem Fingerstyle malträtierte, hatte ich mir vorgenommen, einmal eben jenen selber live zu sehen. Hat dann letztes Jahr auch geklappt.

Kann man nur empfehlen. Man glaubt nicht, was man hört. Aber Micha Kern kann das auch. Er kann so Delphine fliegen lassen, und Wale singen lassen, und nebenbei auf die Uhr schauen. Wie ein Irrwisch hasten die Finger der linken Hand über die Bünde, während mit der rechten Hand gefühlt vierundsechzigstel Noten gezupft werden. Eine wahrlich irre Anzahl an Noten in kürzester Zeit gleichzeitig und hintereinander. Augen zu und eintauchen.

Grund genug für das Publikum ihn mit einem Anteil von 30,99% der Stimmen auf Platz 1 zu wählen.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Benjamin Händel

So Gold

Was macht man, wenn man eine kreative Songwriterin ist und zum Beispiel Solveig Goldwurz heisst. Man akronymisiert sich zum Beispiel in So Gold. Unser letztes Goldkehlchen heißt zwar nicht Goldwurz aber dann doch so, dass “So Gold” perfekt passt. Gold passt übrigens auch super zum Nachnamen Schierbaum, man muss nur 10 Buchstaben auswechseln.

Aber das ist noch nicht alles, denn aus Zufällen, die das Universum spielt, ist So Gold auch noch die Schwiegertochter vom Klassenlehrer des Herrn Sebastian. Mathe und Erdkunde. Und der ist auch noch im Publikum an diesem Abend. Wahnsinn. Ein emotionales Wiedersehen im November.

Die junge Singer-Songwriterin aus Regensburg begleitet ihre gefühlvollen Balladen in Englisch am Klavier und spielt die Songs “Drowning” und “In between” hintereinander weg auf 6 Minuten abgestimmt.

Erstmalig überhaupt auf der Bühne staubte So Gold sofort den zweiten Platz mit 25,84% ab und qualifizierte sich somit für’s Finale.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Abe Shoutsider

Da Kellerbua

Der vierte Act aus dem September war einer der uns auch vorher schon mal die Ehre gab. Wenn ich mich richtig erinnere hat seinerzeit der Herr Bohlmann eine seiner legendären Anmoderationen für den Kellerbua gemacht, die nur er selber verstanden hat. Auf der Bühne wird der Kellerbua zum wahren Gute-Laune-Bua, haut seine Mitsingsongs raus wie im Festzelt und wenn man sich jetzt noch vorstellte, man hätte ein Weißbier und ‘ne Brezn vor sich, hat man das richtige Kellerbua feeling mitgenommen. Ohlalala.

Mit 25,52% der Publikumsstimmen zieht er als Zweitplatzierter ins Bierzelt … äh nein, ins Finale ein.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Sebastian Händel

Karl

Act Nummer 7 im April: Einfach Karl, hatte sich Franz als Verstärkung mitgebracht. Und hatten wir bis dahin alles Gitarristen am Start, setzte Karl sich als erster Act des Abends ans Klavier während Gitarrist Franz sich und seine Riffs behutsam komplementär daneben drauf setzte. Manchmal wurde man ansatzweise an den Sound von Herrn Knopfler erinnert, bei Franzens Gitarrenspiel.

Oder vielleicht lag es auch mal wieder an mir.  Schöner mit Dir ist eine Hommage an die richtige Richtung oder auch die wahre Heimat, während Immer so sein gar nicht so leicht zu sein scheint. Singer Songwriting für Klavier und Gitarre zum Zuhören von Karl bis zum Hahn.

Und mit 25,35% der Publikumsstimmen und einem soliden zweiten Platz für’s Finale qualifiziert.

Text: Lars Rehl / Alex Sebastian
Foto: Benjamin Händel

JUNGWIRTH

Jungwirth kümmerte sich im Februar mit Hingabe um das Sujet des Bieres. Und das nicht nur als junger Wirt, sondern vor allem als Tourmusiker einer Tour mit dem treffenden Namen “Therabiertour.” Und das war das Leitmotiv vom Jungwirth. Denn wenn’s kein Bier mehr gibt, macht man komische Sachen. Wasser trinken zum Beispiel. Geht eigentlich gar nicht. Aber dafür gibt’s den Biernotdienst. Und der Jungwirth, der weiss sowas. Der regelt das dann schon.

Die Therabier fanden 14,29% des Publikums gut und attestierten ihm mit dem zweiten Platz die Finalqualifikation.